Eine Fachärztin gibt Tipps für die Sprechstunde

Aktuelles | 20.04.2022

Wer Asthma oder COPD hat, weiß, dass es jede Menge zu bedenken und zu beachten gibt, um weitgehend beschwerdefrei und uneingeschränkt mit der Erkrankung leben zu können. Wenn ein Termin in der ärztlichen Praxis ansteht, fällt es trotzdem nicht immer leicht, alle Aspekte und Fragen im Blick zu haben oder innere Konflikte offen anzusprechen. Die Fachärztin Dr. med. Silke Mronga gibt Tipps, wie Sie gut vorbereitet ins Gespräch gehen und die Praxis/Klinik zufrieden verlassen können.

Eine gute Vorbereitung kann zu einem reibungslosen Terminablauf in der (fachärztlichen) Praxis/Lungenklinik beitragen. Dr. med. Silke Mronga ist Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie in Marburg und kennt das Problem, dass Patient:innen sich Tage nach der Sprechstunde mit Fragen melden, die ihnen während des Termins nicht in den Sinn gekommen sind. Aber auch umgekehrt ist es so, dass Fachärzte und Fachärztinnen gelegentlich Dinge voraussetzten, die einzelnen Patient:innen einfach nicht bewusst sind. So kommt es zu Missverständnissen oder Unzufriedenheit und – was schlimmer ist – zu dem Risiko, dass die Behandlung nicht richtig greift. Daher rät Dr. Mronga, sich auf jeden Termin gut vorzubereiten, um die Zeit mit dem medizinischen Fachpersonal optimal nutzen zu können.

 

Vor dem Termin in der Praxis

Dr. Mronga empfiehlt, alle Informationen über die eigene Krankengeschichte und den Verlauf zusammenzutragen sowie alle weiteren relevanten Unterlagen vorsichtshalber zu jedem Praxistermin mitzunehmen. Auch eine Liste aller Medikamente, die Sie zurzeit einnehmen, ist sehr nützlich. Dr. Mronga: „Es hilft sehr, wenn Patient:innen wissen, warum die betreffenden Medikamente eingenommen werden und in welchen Dosierungen. Wichtig ist zudem, dass sie wissen, ob sie Allergien oder Unverträglichkeiten haben.“

Eine Liste mit vorformulierten Fragen ist die beste Gedächtnisstütze. Sie kann im Gespräch konsequent abgearbeitet werden und sorgt dafür, dass Sie auch in einer eventuell angespannten oder innerlich aufgewühlten Situation bei dem Arzt oder der Ärztin nichts vergessen. „Manchmal ist es auch einfacher, wenn man jemanden zu dem Termin mitnimmt“, fügt Dr. Mronga hinzu, „vor allem, wenn man Probleme mit dem Hören oder Verstehen hat.“

 

Während des Termins in der Praxis

Wenn Sie im Sprechzimmer sind, führt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eventuell Lungenfunktionstests mit Ihnen durch, mit denen Ihr Lungenvolumen geprüft und untersucht wird, ob und wie stark Ihre Atemwege verengt sind. „Wenn es Ihr erster Termin ist, werden die Tests etwas umfangreicher sein“, erklärt Dr. Mronga. „Nach den Tests werden Ihnen die Ergebnisse erläutert. Manchmal kann es zur weiteren Abklärung erforderlich sein, dass Sie anschließend noch zu anderen Fachärzt:innen gehen – zum Beispiel in eine Radiologie- oder Hals-Nasen Ohren-Praxis.“

Dr. Mronga ermutigt alle Patient:innen dazu, Ihren Arzt/Ihre Ärztin um eine nochmalige Erklärung zu bitten, wenn sie sich nicht sicher sind, alles verstanden zu haben, was gesagt wurde. Das muss niemandem peinlich sein und trägt dazu bei, dass Sie genau die Behandlung erhalten, die Sie benötigen. „Normalerweise werden Sie eine ausführliche Erläuterung erhalten. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass alles auch immer für Sie verständlich ist. Sie sollten deutlich verstehen, warum Ihre Symptome auftreten und auf welche Erkrankung und möglicherweise auch auf welchen Schweregrad sie hindeuten. Außerdem sollten Sie die aufgezeigten Behandlungsmöglichkeiten nachvollziehen können, um auch in diesem Punkt Ihre Rückfragen stellen zu können.“ Dr. Mronga rät dazu, sich nach möglichen Neben- und Wechselwirkungen sowie deren Ausprägungen zu erkundigen, wenn man ein Medikament verschrieben bekommt. So können Sie später besser einschätzen, ob diese normal sind oder Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin kontaktieren müssen. „Das ist sehr wichtig, weil die Patient:innen die Medikamente sonst womöglich beim Auftreten von Nebenwirkungen einfach absetzen. Bis zur nächsten Sprechstunde bleibt die Erkrankung dann womöglich unbehandelt – und wir hätten wertvolle Therapiezeit verloren.“

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Aufbau einer Beziehung, die auf Gegenseitigkeit beruht

„Das Wichtigste ist,“ so Dr. Mronga“, dass Patient:innen und Ärzt:innen mit gegenseitigem Respekt und in aller Offenheit zusammenarbeiten und eine vertrauensvolle, auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung aufbauen, in der Entscheidungen auf Basis von Wissen und Verständnis gemeinsam getroffen werden können.“ Früher haben Ärzt:innen den Patient:innen eine Therapie mehr oder weniger auferlegt und haben erwartet, dass sie  sich daran halten“, erklärt Dr. Mronga. „Heute findet jedoch viel mehr Interaktion statt.“

Auch wichtig: Die Informationsmöglichkeiten im Internet führen unweigerlich dazu, dass mehr oder weniger gut informierte oder vollkommen falsch informierte Patient:innen in den Praxen vorstellig werden. Das birgt ein hohes Konfliktpotenzial, und es ist umso wichtiger, dass zwischen Arzt oder Ärztin und Patient oder Patientin ein gutes Vertrauensverhältnis besteht, und man über jeden Erkenntnisstand sprechen kann. Dr. Mronga ermutigt Menschen mit einer Atemwegserkrankung dazu, dies während des Termins offen anzusprechen und die selbst erworbenen Kenntnisse im Gespräch zu hinterfragen.

 

Neue Technologien können unterstützen

Mit der rasanten Weiterentwicklung der Smartphone-Technologie entstehen viele neue Möglichkeiten zur Aufzeichnung von Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg. So u. a. durch Apps, die bestimmte Daten direkt an Ihren Arzt/Ihre Ärztin übermitteln. „Es ist möglich, dass Sie in der Praxis gebeten werden, ein paar Tests durchzuführen und zu Hause zum Beispiel Ihren Blutzuckerspiegel, Ihren Peak-Flow oder Ihren Blutdruck zu messen“, erklärt Dr. Mronga. „Wenn Sie die Messergebnisse über eine App direkt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin teilen, entsteht mit der Zeit ein umfassenderes Bild von Ihrem Gesundheitszustand.“ Einige Inhalatoren sind inzwischen sogar mit Sensoren ausgestattet, die sich mit Smartphone-Apps verbinden lassen. Patient:innen können sich mittels Benachrichtigungen an die Medikamenteneinnahme erinnern lassen und diese anschließend in der App bestätigen. Das hält Dr. Mronga für einen großen und sinnvollen Fortschritt: „Vielen Patient:innen fällt es nicht leicht, jeden Tag an die Einnahme ihrer Medikamente zu denken – insbesondere, wenn der Alltag einem viel abverlangt. Mit einer täglichen Push-Nachricht ist das viel einfacher: Man wird daran erinnert und kann sein Asthma somit besser kontrollieren.“

Werden in Verbindung dazu in Ihrem Gerät auch Ihre Symptome aufgezeichnet, so können sowohl Sie sowie Ihr Arzt/Ihre Ärztin darüber hinaus auch Zusammenhänge erkennen, die zwischen der Nichteinnahme von Medikamenten und der Zunahme von Symptomen bestehen könnten.

 

So profitieren Sie bestmöglich von Ihrem Gesundheits-Check-up

  1. Bereiten Sie sich sorgfältig auf jeden Arzttermin vor! Fertigen Sie eine Liste mit Ihrer Krankengeschichte und den Medikamenten an, die Sie zurzeit einnehmen. Notieren Sie die Fragen, die Sie stellen möchten.
  2. Stellen Sie Fragen und teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin eventuelle Bedenken mit! Es gehört zu den Aufgaben Ihres Arztes/Ihrer Ärztin, Ihnen alles Wichtige zu erklären. Scheuen Sie sich daher nicht, ihn/sie um Klärung zu bitten, wenn Sie sich einer Sache unsicher sind.
  3. Nutzen Sie die neuen technischen Möglichkeiten! Es gibt verschiedene Apps, die Ihnen helfen, Ihr Asthma oder Ihre COPD besser zu kontrollieren. Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, ob die Verwendung einer App zur Überwachung Ihrer Symptome nützlich sein könnte. 

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ORION arbeitet intensiv an der Erforschung und Entwicklung von Behandlungsoptionen für Asthma und COPD. Darüber hinaus werden auch Design und Anwenderfreundlichkeit der Easyhaler-Inhalationsgeräte fortwährend weiterentwickelt. Zu jedem Zeitpunkt stehen Produktsicherheit und Qualität an erster Stelle.

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist für ORION von größter Bedeutung. Sämtliche soziale, wirtschaftlich und ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit werden bei der Planung des Produktlebenszyklus berücksichtigt. So umspannt der Nachhaltigkeitsgedanke den gesamten Prozess – von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung und Verwendung des Inhalators durch Patient:innen bis zur Entsorgung des Gerätes.

Den Nachhaltigkeitsbericht 2021 von Orion können Sie hier herunterladen.