Pandemiemüdigkeit: Ein gutes Asthma-Management ist jetzt besonders wichtig

Asthma | 22.03.2022

Verständlicherweise macht sich zunehmend eine Pandemiemüdigkeit breit. Die strengen Regeln, das ständige Achtgeben haben viele Menschen strapaziert und erschöpft. Wer Asthma hat, sollte jedoch in dieser Phase der Pandemie mit immer noch hohen Inzidenzen keinesfalls die Asthma-Medikation und das Lungentraining vernachlässigen.   Eine gute Strategie im Umgang mit der Erkrankung und eine konsequente Symptomkontrolle sorgen nach wie vor für den besten Schutz der Lunge. 

 

Zu Beginn der Corona-Pandemie war das Virus die große neue und beängstigende Unbekannte. Die Bilder von Menschen mit massiven Lungenproblemen auf den Intensivstationen haben nachhaltig schockiert. Als Asthmatiker:in musste man mit der Furcht leben einer Gruppe anzugehören, die ein höheres Risiko für Komplikationen im Falle einer COVID-19-Infektion hat. Inzwischen haben medizinische Studien gezeigt, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen Asthma und schweren COVID-19-Verläufen gibt. Trotzdem bestand und besteht immer der Rat, die eigene Gesundheit so gut wie möglich zu fördern und die Atemwege vor zusätzlichen Belastungen zu schützen. Und das bedeutet 100 Prozent Asthma-Kontrolle.

„Da COVID durch ein Virus hervorgerufen wird, das die Atemwege befällt, dachten Ärzt:innen anfangs, dass Menschen mit Asthma ein höheres Risiko hätten“, erinnert sich Dr. Tuula Vasankari, Professorin für Lungenerkrankungen und klinische Allergologie an der Universität Turku sowie Generalsekretärin der Finnish Lung Health Association. „Inzwischen können wir jedoch davon ausgehen, dass Asthmatiker:innen nicht stärker als andere Bevölkerungsgruppen gefährdet sind, schwer an COVID-19 zu erkranken.“ Nun kommt das große ABER. Denn obwohl dies gute Nachrichten für die Betroffenen sind, meint Dr. Vasankari angesichts immer neuer Virusvarianten wie derzeit Omikron, dass man die Bedeutung eines beständig guten Asthma-Managements gar nicht überbetonen kann. Und das bedeutet, dass man alle angebotenen Corona- und Grippeschutzimpfungen wahrnehmen sollte und natürlich, dass die Asthma-Medikation stets auf dem neuesten Stand gehalten wird. „Jetzt sollte man mehr als je zuvor Wert auf eine möglichst stabile Lungengesundheit und möglichst wenige Symptome legen“, empfiehlt Dr. Vasankari. „Denn falls man sich mit dem Corona-Virus infiziert und bereits an entzündeten Bronchien leidet, könnte das zu einer stärkeren Symptomatik führen.“

 

Den Asthma-Symptomen stets einen Schritt voraus

Während der Pandemie gab es eine gewisse und durchaus erstaunliche Tendenz, Asthma-Behandlungen zu vernachlässigen. Der augenscheinlichste Grund dafür ist, dass so viele Fachärzt:innen für Atemwegserkrankungen rund um die Uhr mit COVID-19 beschäftigt waren, und es deshalb schlicht schwierig war, die regelmäßigen Asthma-Untersuchungen durchzuführen. Hinzu kam eine gewisse Zurückhaltung der Patient:innen, die Facharztpraxis aufzusuchen und hier möglicherweise in Kontakt mit erkrankten Menschen zu kommen.

Dr. Vasankari: „Ohne Kontrolle können sich Asthma-Symptome im Laufe der Zeit verschlimmern. Statt sie behandeln zu lassen, gewöhnen sich die Patient:innen einfach daran und werden dadurch unter Umständen anfälliger für andere gesundheitliche Probleme.“ Ihrer Meinung nach sollten die Patient:innen eine Selbstkontrolle der Lungenfunktion als gute Überbrückungsmöglichkeit betrachten, um ihren Symptomen stets einen Schritt voraus zu sein. Mithilfe einer Peak-Flow-Messung kann man erkennen, wenn sich die  Symptome verschlimmern und kann dann die Anzahl der Inhalationen anpassen oder auch medizinische Hilfe aufsuchen. Dr. Vasankari empfiehlt als wichtigen Indikator für die Lungengesundheit und -leistung außerdem alle zwei Jahre eine Spirometrie in der (fach-)ärztlichen Praxis.

 

In Form bleiben

Fatalerweise hat die Angst vor COVID-19 auch einige Asthmatiker:innen zum Rauchen gebracht. Dr. Vasankari erinnert jede aus Angst oder zum Stressabbau rauchende Person, eindringlich daran, dass beispielsweise auch Bewegung exzellent zum Stressabbau geeignet ist. Verständlicherweise waren Menschen mit Asthma während der Pandemie besonders zurückhaltend im Hinblick auf Gemeinschaftssport oder den Besuch von Fitnessstudios, die zudem phasenweise geschlossen waren.  Doch hat in den letzen beiden Jahren Sport von zu Hause aus via Online-Streaming einen regelrechten Boom erfahren. Ob Pilates-, Yoga- oder Fitnesskurse: Vieles wird kostenlos angeboten und ist eine tolle Möglichkeit, sich zu bewegen und mentalen Stress abzubauen. „Und auch wenn es draußen kalt und manchmal sogar glatt ist, “ führt Dr. Vasankari aus, „gehört ein Spaziergang an der frischen Luft, bei dem man seine Atemmuskeln trainiert, zu den besten Dingen, die man für sich tun kann.“

 

Zusammengefasst

Achten Sie während der Pandemie auf Ihre Lunge!

  1. Sorgen Sie dafür, Ihr Asthma mit Medikamenten gut unter Kontrolle zu halten.
  2. Behalten Sie Ihren Lungenstatus mit Peak-Flow-Messungen im Auge.
  3. Treiben Sie Sport, um Stress abzubauen.
  4. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sich Ihr Asthma verschlechtert.

 

 

Quellen:

 

RJ Open Res. 2021 Nov 29;7(4):00309-2021. doi: 10.1183/23120541.00309-2021. eCollection 2021 Okt. Is asthma associated with COVID-19 infection? A UK Biobank analysis

Caroline J Lodge 1 2Alice Doherty 1 2Dinh S Bui 1Raisa Cassim 1Adrian J Lowe 1Alvar Agusti 3 4 5 6Melissa A Russell 1 2Shyamali C Dharmage 1 2

 

J Allergy Clin Immunol Pract2021 Nov 24; S2213-2198(21)01270-8.

 doi: 10.1016/j.jaip.2021.10.072. Online vor Druck. COVID-19 Infections and Asthma

Philip A Palmon 1Daniel J Jackson 2Loren C Denlinger 3

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