Zurück zum Start

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Asthma | 02.06.2021

Die Diagnose des Asthmas stützt sich auf charakteristische Beschwerden und Symptome. Sie beruht auf einer eingehenden Erfassung der Krankengeschichte und der charakteristischen körperlichen Befunde sowie Lungenfunktionsprüfungen.

Liegt bei Ihnen der Verdacht auf Asthma vor, spielt bei der Diagnose zunächst die Krankengeschichte, d.h. Ihre Anamnese, eine wichtige Rolle. Hierfür erfasst der Arzt bzw. die Ärztin die Häufigkeit, Variabilität und Intensität Ihrer Beschwerden, das Vorliegen von möglichen Auslösefaktoren sowie Risikofaktoren und Begleiterkrankungen. Zudem erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt bzw. die Ärztin beispielsweise Ihre Atemgeräusche abhört.

Ergeben sich hierbei Hinweise auf das Vorliegen eines Asthmas, wird die Diagnose in der Regel mit Hilfe einer Untersuchung der Lungenfunktion, typischerweise mit der Spirometrie, erhärtet. Abhängig von den Untersuchungensergebnissen, aber auch von Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Alter kann eine Reihe von weiteren Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen:

 

  • Bei der Spirometrie atmen Sie durch ein Mundstück in das Messgerät. Die Untersuchung erfasst verschiedene Parameter Ihres Lungen- bzw. Atemvolumens. Beides sind wichtige Messgrößen, um Verlauf und Schwere von Lungenerkrankungen einzuschätzen.
  • Bei der Spiroergometrie erfolgen die spirometrischen Unterschungen während Sie auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband eine körperliche Leistung mit zunehmender Anstrengung erbringen. Neben der Lungenfunktion können hierbei auch weitere Parameter erfasst werden, beispielsweise die Herzfrequenz oder der Blutdruck.
  • Beim Reversibilitätstest erfolgt die Spirometrie sowohl vor als auch nach Inhalation eines Medikamentes, das die Atemwege schnell weitet. Dies hilft bei der Unterscheidung zwischen einer reversiblen Atemwegsverengung (z.B. bei Asthma), die sich wieder zurückbildet, und einer irreversiblen Atemwegsverengung (z.B. bei COPD), die sich nicht wieder zurückbilden kann.
  • Beim Provokationstest erfolgt die Spirometrie sowohl vor als auch nach Provokation der Lunge, beispielsweise durch Inhalation eines Medikamentes, das die Atemwege verengt, durch körperliche Aktivität oder durch Einatmen von kalter Luft. Die Messwerte liefern einen Hinweis darauf, ob die Atemwege überempfindlich reagieren.
  • Bei der FeNO-Messung atmen Sie in ein FeNo-Messgerät. Dieses erfasst die Konzentration an Stickstoffmonoxid (NO) in Ihrer Atemluft. Die Messwerte zeigen Entzündungen in Ihren Atemwegen an, weil bei derartigen Prozessen NO freigesetzt wird.
  • Die Peak-Flow-Messung ist eine einfache Lungenfunktionsprüfung mit einem handlichen Gerät, die Sie zu Hause durchführen können. Hierbei wird die maximale Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft erfasst, die Sie beim Ausatmen erzeugen.
  • Die Bodyplethysmographie erfasst die Lungenfunktion genauer als die Spirometrie und erfordert weniger Mitarbeit durch den Patienten bzw. die Patientin, so dass sie beispielsweise für kleine Kinder besser geeignet ist oder ergänzend zur Spirometrie zum Einsatz kommt.
  • Die Blutgasanalyse (BGA) misst u.a. Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut und ist beispielsweise zur Überwachung bei einem schweren Asthmaanfall notwendig.
  • Mit Hilfe von Allergietests lässt sich ermitteln, ob die asthmatischen Beschwerden auf eine Allergie zurückzuführen sind. Eine Möglichkeit hierauf zu testen, sind Prick-Hauttests. Hierbei werden typische Allergene unter die Haut gebracht. Eine Hautreaktion (z.B. Rötung, Schwellung, Juckreiz) liefert Hinweise auf das Vorliegen einer Allergie. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in einer Blutprobe von Ihnen die Art der IgE-Antikörper zu untersuchen sowie deren Konzentration zu bestimmen. Denn bei Vorliegen einer Allergie werden vom Immunsystem bei Kontakt mit dem entsprechenden Allergen, etwa Gräserpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, spezielle IgE-Antikörper gebildet, die sich im Blut nachweisen lassen. Ein allergenspezifischer Provokationstest, bei dem das potentielle Allergen eingeatmet wird, kommt hingegen nur selten zum Einsatz, weil er – insbesondere bei fehlerhafter Anwendung – einen aktuen Asthmaanfall auslösen könnte.
  • Zusätzliche bildgebende Untersuchungen wie Röntgen können bei unklaren Befunden ergänzend erfolgen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

 

Wenn Sie den Verdacht haben, an Asthma erkrankt zu sein, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber. Für Kinder mit Verdacht auf Asthma ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner. Diese können – ggf. unter Einbeziehung von Lungenfachärzten – die Diagnose abklären. Wurde bei Ihnen oder Ihrem Kind ein Asthma festgestellt, beginnt Ihr Arzt eine individuell abgestimmte Therapie, die die Symptome gut kontrolliert, so dass die Krankheit Ihr Leben bzw. das Leben Ihres Kindes nicht einschränkt.

 

Quelle:

Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma. 4. Auflage, 2020. Version 1. AWMF-Register-Nr.: nvl-002: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-002.html, letzter Abruf: 9.11.2020

 

Das könnte Sie auch interessieren:


ORION arbeitet intensiv an der Erforschung und Entwicklung von Behandlungsoptionen für Asthma und COPD. Darüber hinaus werden auch Design und Anwenderfreundlichkeit der Easyhaler®-Inhalationsgeräte fortwährend weiterentwickelt. Zu jedem Zeitpunkt stehen Produktsicherheit und Qualität an erster Stelle.

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist für ORION von größter Bedeutung. Sämtliche soziale, wirtschaftlich und ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit werden bei der Planung des Produktlebenszyklus berücksichtigt. So umspannt der Nachhaltigkeitsgedanke den gesamten Prozess – von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung und Verwendung des Inhalators durch den Patienten bis zur Entsorgung des Gerätes.

Den Nachhaltigkeitsbericht 2020 von Orion können Sie hier herunterladen.

ORION Pharma GmbH Deutschland
Jürgen-Töpfer-Straße 46 | D - 22763 Hamburg | +49 (0)40 / 899 689-0
Datenschutz Impressum Kontaktieren Sie uns Orion Corporation 2021